Planet oder Plastik

Es ist Wochenende und es regnet. Nicht nur mal kurz, sondern an einem Stück durch. Also ideal, um am Samstag noch mal einiges für die neue Wohnung zu besorgen und am Sonntag in eine Ausstellung zu gehen. Im ArtScience Museum wird gerade die Ausstellung „Planet or Plastic“ von National Geographic gezeigt. Vielversprechend, wie ich fand und wir wurden auch definitiv nicht enttäuscht.

Zwar bin ich mir sicher, dass wir Europäer*innen schon ziemlich gut sensibilisiert sind, aber ich möchte Euch trotzdem davon erzählen. Und …. noch viel wichtiger, ich möchte Euch die Bilder zeigen.

So oder so ähnlich sieht es in den typischen Chinesischen Märkten aus. Ein bunter Plastikstand reiht sich an den anderen. Aber mal ganz ehrlich. Bei uns ist es auch nicht viel anders. Der einzige Unterschied. Es ist nicht so geballt. Eigentlich wollte ich mir für den Pool einen großen Schwimmring, also eigentlich mehr eine kleine Schwimminsel kaufen, aber nachdem ich in der Ausstellung war, nehme ich jetzt wieder Abstand davon. Dann werde ich doch schwimmen müssen.

Wirklich erschreckend wurde es im nächsten Raum. Hier waren zahlreiche Fotos ausgestellt, die zwar schon um die Welt gegangen sind, die man bei wohl nicht oft genug zeigen kann. Eine Schildkröte, die sich in einem zurückgelassenen Netz verheddert hat. Taucher*innen die zwischen mehr Plastikmüll als Meerestieren schwimmen. Ein Storch, der in einer Plastiktüte feststeckt. Die Hyänen, die in Müllhalten nach Eßbarem suchen und wer erinnert sich nicht an das Seepferdchen, das sich an einem Q-Tip festhält. Ein Surfer, der die perfekte Müllwelle reitet. Das ist mehr als erschreckend.

Das meiste Plastik gelangt über die Flüsse in die Meere, sammelt sich im Meer (die rosa Felder) oder wird dann an Stränden angespült. Der Strand auf dem Bild ist auf Henderson Island. Die am weitesten von jeglicher Zivilisation entfernte Insel mitten im Pazifischen Ozean. Dort wohnt niemand, aber JEDEN TAG werden dort 3.800 Plastikteile angespült.

Auch interessant: 40 Prozent des heutzutage hergestellten Plastiks ist Einwegplastik. Wird also nur ein einziges Mal verwendet und das meiste davon wird nicht recycelt.

Wie viel Plastik noch immer verwendet wird, wird insbesondere hier in Singapur deutlich. Abgesehen davon, dass der Verbrauch natürlich durch COVID nochmals deutlich gestiegen ist: alle müssen immer Masken tragen, viele davon Einwegmasken. Viele tragen zusätzlich noch Einweghandschuhe und die ganz vorsichtigen sogar noch eine Plastikhaube über die Haare. Aber es wird auch sonst alles in Plastik eingepackt. Das abgepackte Fleisch wird an der Kasse noch mal in eine Plastiktüte gepackt, bevor es in die Plastiktüte gepackt wird. Muss ich nicht verstehen! Die Äpfel kommen in eine andere Plastiktüte als die Orangen und die wieder in eine andere als die Zitronen. Ich bestehe zwar immer darauf, alles zusammen in meine Einkaufstasche zu legen, treffe da aber doch in den meisten Fällen auf Unverständnis.

Während in Shanghai zumindest mit der Mülltrennung angefangen wurde, kommt hier alles in eine Mülltonne. Noch nicht mal im Ansatz wird hier etwas getrennt. Für mich fast unerträglich und nicht nachvollziehbar. Es passt für mich auch nicht zusammen. So eine saubere Stadt, wo man noch nicht mal Kaugummi kauen darf und dann das.

Die Ausstellung hat mich nachhaltig beeindruckt. Wenn Ihr auch schon mal überlegt habt, was Ihr ändern könnt, empfehle ich Euch das Buch „Es geht auch ohne Plastik“ und den dazu passenden Blog „Grüner wird’s (n)immer“ von meiner Freundin Sylvia Schaab. Ich werde ab jetzt noch mehr darauf achten, weniger Plastik zu verwenden.

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