Wassertreten

Vorletztes Wochenende hatten wir einen Teil des Rail Corridors mit dem Fahrrad erkundet. Letzten Samstag wollten wir schauen, wie weit wir zu Fuß kommen.

Um auf jeden Fall den schönsten Teil des Weges genießen zu können, sind wir in Holland Village „eingestiegen“. Auf einem Parkplatz haben wir uns mit Johan, unserem schwedischen Freund – Margareta ist in Europa, und deutschen Freunden von uns getroffen.

Hatte ich schon mal erwähnt, dass es hier wie aus Kübeln regnen kann? Hatte ich auch schon mal gesagt, dass ich ab jetzt immer einen Regencape mitnehmen wollte? Tja. Wollte ich. Hab ich aber nicht. Weil ich immer wieder denke: „Wird schon!“

Als wir losliefen, war alles super. Leicht bedeckt. Keine direkte Sonne. Ich glücklich. Aber schon nach kurzer Zeit fing es an zu regnen. Erst nur ein wenig, so dass es richtig angenehm war. Genau richtig, um nur gerade so viel nass zu werden, dass es angenehm kühl auf der Haut war. Der Regen blieb aber leider nicht so, sondern wurde immer mehr und die Tropfen wurden immer dicker.

Wir waren gerade unter einer Brücke durchgegangen, also beschlossen wir, zurück zu gehen und etwas zu warten. Mit uns natürlich ganz viele andere fröhliche Wander:innen. Social Distancing? Unmöglich. Nur 5er Gruppen? Natürlich nicht! Auf diesen Wegen sind keine Corona-Sheriffs unterwegs, also hält sich auch fast niemand an die Vorgaben. Immer wieder interessant zu sehen. Auf dem Foto kommt es nicht wirklich raus.

Als wir dachten, dass es jetzt weniger regnen würde, sind wir weiter. Es regnete aber nicht wirklich weniger. Nur die Tropfen waren nicht mehr so dick. Wir wurden als immer nasser. Erst nur die Kleidung, aber irgendwann dann auch die Schuhe. In meine ist das Wasser nicht von außen gekommen, sondern über die Socken. Ihr könnt Euch also vorstellen, an mir war nichts mehr trocken. Und wenn ich schreibe „nichts“, meine ich nichts. Natürlich ging es den anderen nicht anders. Wir waren alle nass, nass, nass. Aber es ist ja immer warm, also ist es nicht schlimm, nass zu sein. Nur unangenehm. Unsere deutschen Freunde haben daher auch beschlossen, umzukehren.

Johan, mein Mann und ich beschlossen: Nasser als nass kann man nicht werden. Wir laufen weiter.

Was soll ich sagen: Herrlich! Bis auf die nassen Schuhe. Nicht zu heiß, nicht zu kalt. Perfekt, um an das Ende der Insel zu laufen. Was wir dann auch gemacht haben.

Der gesamte Korridor ist von Süden nach Norden nur grün. Man muss nicht ein Mal auf eine Straße. Eigentlich. Denn an einer Stelle wird gebaut. Hier mussten wir runter, über eine Brücke und dann wieder den Einstieg finden. Was aber auch nicht schlimm war, weil jetzt wissen wir, wo wir, wenn wir die gesamte Strecke ablaufen, Mittagspause machen.

Spannend wurde es dann noch mal ganz zum Schluss. Auf der Landkarte sah es so aus, als ginge der Rail Corridor bis an die Küste. In Wirklichkeit war er aber schon etliche Kilometer vorher zu Ende. Wir hatten uns in den Kopf gesetzt, bis zu den Krokodilen zu laufen. Laut Karte, die einzige Möglichkeit dorthin zu kommen, war, entlang eines Flusses. Auf der linken Seite war eine Sackgasse, rechts nicht – glaubt man der Karte. Wir haben der Karte geglaubt.

Auf der rechten Seite endete unser Weg abrupt. Ein kleiner Trampelpfad, auf den wir am Ende stießen, führte noch zu einem verschlossenen Tor, aber dann ging es auch wirklich nicht weiter. Also: umdrehen, zurück zur Straße und mit dem Taxi, wir waren ja wieder trocken, zu den Autos.

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