Puh, ich habe schon lange nichts mehr erzählt. Dabei ist es nicht so, als würden wir hier nur auf dem Sofa sitzen. Dass ich gestern ganz gewiss nicht auf dem Sofa saß, merke ich an meinen Beinen. Sie tun weh! Mindestens so weh, wie während unseres Urlaubs in Hongkong. Ihr erinnert Euch? Wir wollten wandern, was daraus wurde, war ein einziges Treppensteigen. So oder so ähnlich war es auch gestern. Aber von vorne.
Es ist heiß und es wird noch heißer. Wenn man sich bewegen möchte, sollte man das also am Besten relativ früh morgens machen. Ich bin definitiv kein Morgenmensch, aber was soll’s. Wir waren um 8:45 Uhr mit unseren Ikeafreund*innen verabredet. Also – früh aufstehen, Kaffee oben rein und los!
Noch bevor wir angekommen waren, kam ein entnervter Anruf von Margareta: „Alle Parkplätze sind voll!“ Äh. Ja. Doof. Das gute ist aber, hier in Singapur gibt es unheimlich viele Sportverrückte. Die stehen noch früher auf, räumen dann aber auch gegen 9:00 Uhr wieder die Parkplätze. Wir hatten also Glück und waren dann doch recht schnell unsere Autos los.

Mein Mann hatte vor ein paar Tagen Geburtstag. Uneigennützig hatte ich ihm ein Buch über die Natur in Singapur geschenkt. Darin war das Central Catchment Nature Reserve als besonders schön beschrieben. Was ich nicht gelesen hatte, aber jetzt dann nach unserer langen Wanderung und zahlreiche Landkarten später verstanden, ist, dass das Central Catchment sich aus vielen Parks zusammen setzt. Einer der neueren Parks ist der Windsor Park mit seinen zahlreichen für Singapur typischen Pflanzen. Da der Boden sehr sumpfig ist, läuft man über Stege zwischen den Bäumen durch. Super schön angelegt. Immer mal wieder zwischen den Bäumen, etwas, das aussah wie zusammengefallene Gebäude. Bunker? Keine Ahnung, aber hier muss es Anfang des vergangenen Jahrhunderts viel Militär gegeben haben. Ich habe mich noch nicht wirklich in die Geschichte eingelesen. Warum? Das ist eine andere Geschichte (-;



Leider ist der Windsor Park nur sehr klein. Sehr schön, aber sehr klein. Also sind wir weiter in den McRitchie. Den kennen wir zwar schon, aber der gefällt uns so gut, dass wir gerne öfter hier laufen. Als ich die Route rausgesucht hatte, hatte ich gesehen, dass wir auf diesem Weg zu einem TreeTop Walk kommen würden. Was ich nicht gesehen hatte, war, dass das der im McRitchie Park ist und der, das wusste ich wiederum, ist geschlossen. Egal. Wir wollten ja eh neues Gebiet erobern und als ein Wegweiser dann in Richtung Bukit Timah Park zeigte, sind wir eben dorthin abgebogen.
Hatte ich schon erwähnt, dass es heiß war und immer heißer wurde?! Margareta, die allgemein schon nicht so wanderfreudig ist, war es irgendwann definitiv zu heiß und sie ist umgekehrt. Ihren Mann im Schlepptau. Mein Mann und ich sind heldenhaft weiter. Immer tiefer rein in den Urwald. Die Natur ist hier unglaublich. So grün. So wild. Die Blätter, ach, einfach alles, so groß. Und dann überall die Affen. Hat schon wirklich was.



Wir waren vor einigen Wochen schon mal im Bukit Timah Park gewesen. Ich erzähle dazu noch mehr in einem anderen Blogbeitrag. Vielleicht schaffe ich das heute ja noch. Wir waren nur relativ kurz da gewesen und wollten daher noch einen ganz bestimmten Weg laufen. Den Dairy Loop. Dairy heißt ja Milchfarm. Dairy Loop – darunter stellte ich mir also einen komplett flachen Weg vor. An offenen grünen Wiesen, auf denen Kühe und Schafe weiden, vorbei.
NIX!
Weit gefehlt.
Schon am Eingang zum Dairy Loop stand: „difficult way“. Wie „difficult“ stand aber nicht da. Gerade aus waren es bis zum Ausgang 800 Meter und vor uns Stufen. Nach links 900 Meter und relativ flaches Gelände. Drei Mal dürft ihr raten, was wir gewählt haben. Klar! Links. Flach. Weil …. siehe oben. Ich rechnete ja mit Weiden. Flach war der Weg maximal 100 Meter. Schon um die erste Ecke rum kamen die Stufen. Hunderte! Hoch. Hunderte runter. Keine Stufe gleicht der anderen. Jede hat eine andere Höhe und mit Höhe meine ich Höhe. Nix flache Stufen. Nein! Richtig hoch, so dass man sich hochstemmen musste. Auf den Stufen nach unten musste man sich irgendwo festhalten, um nicht „in die Tiefe zu stürzen“. (Leider erkennt man das auf dem Bild nicht so gut.)



Vor lauter Wanderlust waren wir uns nicht so wirklich bewusst, wie weit wir bereits von unserem Auto weg waren. Wir dachten, na ja, so plus/minus 45 Minuten und wir sind wieder da. Aber auch da, weit gefehlt. Wir brauchten locker fast doppelt so lange. Dafür konnten wir das letzte Stück noch quasi über einen TreeTop Weg gehen. Nicht ganz so hoch hoben, aber auch nicht ganz unten. Also irgendwo dazwischen. Bevor wir uns erschöpft aber glücklich ins Auto gesetzt haben, um auf unsere Ferieninsel zurück zu fahren.

