Endlich! Nach zwei (langen) Monaten im Hotel haben wir unsere Wohnung. Seit vergangenem Donnerstag wohnen wir in einer traumhaften Lage. Auf Sentosa mit direktem Blick auf das offene Meer auf der einen Seite (mein Wunsch) und dem Blick auf den Yachthafen, Containerhafen und die Stadt auf der anderen Seite (Wunsch meines Mannes). Wir können uns gar nicht satt sehen, an der Aussicht. Es ist ein Traum. Tagsüber und Nachts.



Schon die Fahrt von Singapur City zu unserer Wohnung ist wie eine Fahrt in den Urlaub. Man muss über eine Brücke, um nach Sentosa zu gelangen. Schon von Weitem erkennt man das Schloss von Disney Land. Besonders beeindruckend, wenn es abends angeleuchtet ist. Bevor man auf die Insel kommt, das erste Gate. Wer hier nicht wohnt, muss eine Gebühr bezahlen, um auf die Insel zu kommen. Ein Stück weiter ein großer Kreisverkehr. Wenn man darauf zufährt, steht mit Blumen „Sentosa“ geschrieben – abends selbstverständlich angeleuchtet. Um zu unserer Wohnung zu kommen, gibt es noch mal ein Gate. Als Anwohner*in können wir direkt durchfahren, unser Auto wird erkannt, bzw. wir haben eine Karte, die uns als Anwohner*in ausweist. Alle Wohnanlagen sind nur mit solchen Karten erreichbar. Jetzt zu Covidzeiten überflüssig, da eh keine Tourist*innen da sind. Aber wenn alles hoffentlich bald wieder normal ist, wird es speziell an den Wochenenden wohl immer SEHR voll hier. Scheint also Sinn zu machen.
Was ich Euch aber eigentlich erzählen wollte, ist das Verhältnis der Singapurianer*innen zum Essen. Uns war schon in Shanghai erzählt, worden, dass, wenn man nicht mehr weiß, worüber man mit einer Singapurianer*in sprechen soll, man einfach das Thema Essen ansprechen soll. Dann wäre der Tag/Abend gerettet, denn dann würden sie kein Ende mehr finden. Wirklich deutlich wurde das in unseren Gesprächen vor unserem Umzug.
Unsere Relocation Managerin wiederholte mehrere Male:
„Das wird ein aufregender und anstrengender Tag. Nehmt genug zu Trinken mit. Und nicht vergessen, etwas zum Essen!“
Felicia, über die wir unsere Möbel zurückmieten – also wir haben Möbel ausgesucht, sie hat sie gekauft und wir mieten sie jetzt zurück – war ebenfalls sehr besorgt. Schon am Tag als wir uns kennenlernten, war das erste, was sie mir per WhatsApp weiterleitete, eine Broschüre über die wichtigsten Speisen, die man in Singapur gegessen haben muss. Eine Freundin von ihr ist eine preisgekrönte Köchin und betreibt das Restaurant „Coriander Leaf“ hier in Singapur. Dahin wurden wir eingeladen und haben uns den ganzen Abend nur über Essen unterhalten. Zusätzlich habe ich selbstverständlich noch zahlreiche Tipps für weitere Restaurants erhalten. Als ich mal wieder länger bei ihr saß, um über die Einrichtung zu diskutieren, wurde ich selbstverständlich auch mit Essen versorgt. Und kurz von unserem Umzug dann auch von ihr:
„Das wird ein aufregender und anstrengender Tag. Nehmt genug zu Trinken mit. Und nicht vergessen, etwas zum Essen!“
Ganz ehrlich? Mir wurde das so oft und von so vielen Seiten gesagt, dass ich schon leicht angenervt war. Aber ich habe tatsächlich einen guten deutschen Kartoffelsalat gemacht und den wir dann auch tatsächlich gebraucht. Denn der Tag war nicht nur aufregend, sondern auch anstrengend und da immer was zu tun war, gab es keine Zeit, Essen zu besorgen.
Als wir am nächsten Tag noch mal eine Ladung Sachen bekamen, hatte Felicia für uns Zimtschnecken mitgegeben. Heute kommt sie wieder, um das Feintuning zu besprechen. In ihrer WhatsApp hat sie angekündigt, nicht nur Snacks mitzubringen, sondern sie hat auch Gemüse und Kräuter aus eigenem Anbau im Gepäck. Wer mich kennt, weiß, dass ich es nicht so mit dem Kochen habe, aber ich befürchte, dass ich hier, wie auch in China, mich doch mal an die lokale Küche werde heranwagen müssen. Denn, Felicia will auf unserem Balkon einen Kräutergarten für mich anlegen und die Kräuter müssen dann ja auch verarbeitet werden. Bilder und Rezepte folgen!
Und zum Schluss einfach noch ein paar Fotos von meinem Weg zum Einkaufen.



Auch wenn ich Shanghai, meine Freund*innen dort und überhaupt mein Leben dort sehr vermisse, muss ich sagen, dass das hier für einiges entschädigt.