Freigang

Wir haben es geschafft. Auch die zweite Quarantäne wäre dann überstanden. Dieses Mal durften wir sogar zwischendurch mal raus. Wir hatten kontrollierten Freigang, um zu swoppen.

Singapur hat das alles etwas anders geregelt als China. In China ging es vom Flughafen direkt zum Test. Wer negativ getestet wurde, durfte die Quarantäne Zuhause machen, wer positiv getestet wurde, kam direkt ins Krankenhaus. Zumindest war das so, als wir ankamen. In Singapur wurden wir am Flughafen von einem Fahrer in Empfang genommen und direkt in die Quarantäne gebracht. Der Covid-19 Test, der hier SWOP Test heißt, wird hier erst nach 11 Tagen durchgeführt und dafür darf man dann die Quarantäne verlassen. Selbstverständlich aber nicht ohne massive Einschränkungen. Vom Hotel kam jemand an die Tür, hat bei uns Fieber gemessen und uns dann in die Tiefgarage eskortiert. Da wir keine Hotelkarten ausgehändigt bekommen hatten, konnten wir uns nicht alleine im Hotel bewegen. In der Tiefgarage wartete ein Taxifahrer und hat uns dann quer durch die Stadt (bzw. quer durch’s Land) zur zentralen Teststelle – ein Krankenhaus – gefahren. Eine Fahrt von 30 Minuten!

In Shanghai waren wir froh, wenn wir mit dem Auto in 30 Minuten aus unserem Distrikt draußen waren. Die Dimensionen sind hier schon sehr anders!

In dem Krankenhaus angekommen, wurden wir über Umwege, immer im sicheren Abstand zu allen, in eine große Halle geführt. Alles super gut organisiert. Wir mussten unsere Passnummern vorweisen, es wurde mal wieder Fieber gemessen und anstellen. Auf dem Boden waren mit roten Klebstreifen einzelne kleine Quadrate aufgeklebt worden. Immer schön im Abstand von genau einem Meter. Zwischen den Quadraten waren weiße Pfeile aufgeklebt, so dass man genau wusste, zu welchem Quadrat man als nächstes aufrücken musste. Ich kam mir etwas vor wie eine lebende Spielfigur. Es fehlte nur jemand mit einem riesigen Würfel, der mir sagte, wie viele Felder ich vorrücken darf.

Das Warten fand ich also ziemlich lustig. Nicht so lustig fand ich das, was danach kam. Der Test hier ist GANZ anders als in China. Ich hatte damit gerechnet, wieder würgen zu müssen und mich mental darauf eingestellt. Der Tester fragte mich, ob ich Angst hätte. Worauf ich ganz cool und wahrheitsgemäß antwortete, dass ich schon mal einen gemacht hätte und es ok gewesen wäre. Dann fing er an mir etwas von einem Stäbchen zu erzählen, dass er in meine Nase stecken würde. Und je länger er mir alles erklärte, desto nervöser wurde ich. Ich war mittlerweile weit entfernt von cool. Zu recht!

Was kam, war ein flexibles Wattestäbchen, das in meiner Erinnerung mindestens einen Meter lang war. Seiner Wahrnehmung nach hat der Tester das Stäbchen sicherlich vorsichtig in mein Nasenloch steckt. Nicht so meiner Wahrnehmung nach! Für mich fühlte es sich an, als ramme er mir das in die Nase. Ich war mir sicher, dass das Teil, würde er es noch einen Millimeter weiter reinstecken, an einer anderen Stelle wieder rauskommen würde. Mit dem Stäbchen in der Nase wollte ich das mit ihm ausdiskutieren. Er nicht wirklich.

Geeinigt haben wir uns darauf, dass er nicht weitermachen würde. Zumindest nicht an der Seite. Auf der anderen Seite habe ich dann nachgegeben. Das Stäbchen kam auch nirgend raus. Aber ich sag Euch. Braucht kein Mensch! Ich kann nur hoffen, dass ich hier NIE wieder getestet werden muss.

Das Ergebnis kam am nächsten Tag per SMS. Negativ! Natürlich! Aber … sicher ist sicher und ich war während der Quarantäne super produktiv. Also, alles gut!

Darüber, wie Singapur sonst so mit dem Virus umgeht, berichte ich Euch morgen. Weil das ist auch so ganz anders als in Shanghai.

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