Singapur für Fortgeschrittene

Unser Countdown läuft. Bald ist unser Asienabenteuer vorbei. In den vergangenen etwas über zwei Jahren hier in Singapur haben wir unheimlich viel gesehen. Zum einen, weil ich natürlich das Land, in dem ich kurzzeitig wohnen durfte, bis in den letzten WInkel entdecken wollte, aber auch weil wir aufgrund von Corona das Land nicht wirklich verlassen konnten. Aber immer mal wieder gibt es dann doch Orte, die wir noch nicht entdeckt haben.

Einer davon ist der alte KTM Tunnel. Ein Zugtunnel, der seit Jahren nicht mehr benutzt wird. Von diesem Track hatte mir jetzt ein Kollege meines Mannes erzählt. Er hatte von einer Zugstrecke erzählt, die komplett der Natur überlassen worden ist. Auf der fast niemand anzutreffen ist, weil sie kam jemand kennt. Das wollte ich sehen!

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Aber erst mal etwas Geschichte: Vom Rail Corridor habe ich Euch schon mal erzählt. Diese Strecke gehört dazu. Ist ein Abzweig.

Die 19 Kilometer lange Zugstrecke war 1963 errichtet worden, um Malaysia mit Jurong zu verbinden. Heute wie damals war Jurong das Industriegebiet Singapurs. Hier ist ein großer Hafen, hier waren aber auch die Stahl- und Eisenfabriken.

Fertiggestellt wurde die Strecke 1965 und verlief von der Bukit Timah Station, durch einen Tunnel unter der Clementi Road – unser Einstieg auf den Track – bis zur Shipyard Road. Im Jahr der Fertigstellung wurde Singapur aber auch von Malaysia separiert. Das Ergebnis: Mitte der 1990er wurde die Zugstrecke geschlossen.

Wie schon gesagt, sind wir beim Tunnel in den Track eingestiegen. Den Tunnel zu finden, war ganz einfach. Denn, obwohl die Strecke kaum jemand kennt, zumindest in meinem Umfeld, ist sie auf Google Maps eingezeichnet. Würde ich noch länger hier wohnen, würde ich spätestens jetzt anfangen, mir die Karte von Singapur noch mal näher anzuschauen. Aber … die Zeit fliegt gerade an mir vorbei und ich muss ja ich noch den Umzug vorbereiten.

Beim Tunnel konnten wir uns entscheiden: Durch den Tunnel durch oder zur anderen Seite in den Wald. Wir entschieden uns, für die andere Seite. Zunächst ging es auf den Gleisen immer tiefer in den Dschungel. Hört sich nach einem entspannten Spaziergang an, war es aber nicht. Die Bäume liegen kreuz und quer über den Schienen. Wir mussten also schon den einen oder anderen sportlichen Einsatz bringen.

Je weiter wir in den Dschungel vordrangen, desto feuchter wurde die Strecke und irgendwann einmal hätten wir schwimmen müssen, um weiter zu kommen. Nicht unsere erste Wahl, weil man weiß wirklich nie, was einem so alles in Singapur begegnet.

Glücklicherweise gab es aber noch einen kleinen, etwas höher gelegenen Weg. Also wir hochgeklettert und weiter ging es. Bis wir plötzlich wieder genau so plötzlich wie wir im Dschungel waren, wieder aus dem Dschungel draußen waren. Von hier aus wären wir direkt auf den Rail Corridor gekommen, aber wir haben uns dazu entschieden, umzukehren. Wir wollten noch mal in die andere Richtung. Durch den Tunnel durch.

Auf der anderen Seite des Tunnels ging es aber nicht so wirklich weit. Also nicht für uns. Es war so nass und wir waren auch bereits so dreckig, dass wir den Teil auf ein anderes Wochenende verschoben haben. Mal sehen, ob wir das noch schaffen.

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