Holländische Grabsteine

Tag zwei! Samstag waren wir alle etwas fitter – nachdem wir ja nicht so früh aufstehen mussten. Also erst mal gemütlich frühstücken, die Welt retten und dann ging es auf Sightseeing Tour. Die Kirche ohne Dach und definitiv die Bootstour standen auf dem Programm. Es sollte aber noch sehr viel mehr werden.

Den Auftakt machte die Kirche ohne Dach. St. Pauls, in die wir tags zuvor nicht rein konnten. Zurück geht die Kirche auf eine von den Portugiesen in 1521 errichtete Kapelle, die der Jungfrau Maria gewidmet hat. Die Kirche ist somit nicht nur die älteste Kirche Malaysias, sondern auch die älteste gesamt Südostasiens.

Freitag der bedeutendste chinesische Tempel. Heute die Kirche. Kein Wunder, dass Malakka UNESCO Weltkulturerbe ist.

1556 wurde die Kapelle um eine zweite Etage aufgestockt. 1590 wurde der Glockenturm errichtet und die Kapelle umnahmt in „Igreja de Madre de Deus“ (Kirche der Mutter Gottes).

Als 1641 die Holländer kamen wurde die Kirche kurzerhand umgeweiht, in St. Pauls Kirche umgenannt und war ab dann kein katholische Kirche mehr, sondern eine Kirche der holländischen Reformatoren. Bis die Church of Christ am Fuße des Hügels 1753 fertig gestellt war, war die St. Pauls Kirche die Hauptkirche der Holländer.

Die St. Pauls Kirche verfiel immer mehr und als die Briten 1824 Malakka einnahmen, half das der Kirche auch nicht wirklich. Sie wurde zur Pulverkammer und verfiel noch mehr.

Noch heute kann man an den zahlreichen Grabsteinen, die an den Wänden der verfallenen Kirche ohne Dach lehnen sehen, dass früher mal ein Friedhof zur Kirche gehört hat. Die Grabsteine sind auf Portugiesisch und Holländisch und erzählen von den Menschen, die hier gelebt haben und auch hier verstorben sind. Alles konnte ich nicht verstehen. Das Holländisch ist dann doch schon etwas älter, aber ich war erstaunt, wie gut man alles noch lesen konnte.

Von der Kirche ging es den Hügel runter zu Festung A Famosa. Darunter hatte ich mir jetzt ziemlich was vorgestellt. Was wir vorfanden, war dann doch etwas, ich will nicht sagen, enttäuschend, aber es war definitiv weniger als ich gedacht hatte. Es war nämlich lediglich die Porta de Santiago, ein kleines Torhaus der Festung erhalten. Aber immerhin gehört auch dieses Gebäude zu den ältesten noch erhaltenen architektonischen Überresten der europäischen Kolonialzeit in Südostasien und Fernost.

Also wieder ein Superaltiv für das UNESCO Weltkulturerbe.

Genug Kultur. Wir wollten aufs Boot. Tickets hatten wir schon, also nichts wie los. Auf dem Wasser ging es dann recht flott einmal den Fluss runter und wieder hoch. Entlang an unzähligen Pubs, Bars, Restaurants und alle geschlossen. Zum Teil noch immer aufgrund von Covid. Noch gibt es hier nur sehr wenige Touristen. Chinesen können noch immer nicht reisen und alle anderen schauen sich alles wohl erst noch mal aus sicherer Entfernung an. Es ist aber auch Ramadan und das, wenn ich es richtig verstanden habe, für Muslime keine Reisezeit. So schade, denn ich glaube, dass die Stadt noch mal mehr Flair gehabt hätte, wäre mehr los gewesen.

Nach der Bootstour wollte ich zu Margaretas „Begeisterung“ noch mal am Wasser entlang bis zu dem Punkt laufen, wo das Boot gewendet hatte. Denn da unten hatte ich die „Villa Sentosa“ gesehen. Eine Villa, in der, wie ich gelesen hatte, sich ein kleines Museum befindet. Die Villa haben wir gefunden. Leider war sie zu. Aber was soll ich sagen: Mittlerweile bin ich es gewohnt, dass vieles zu hat. Dann ist das halt so. Also haben wir uns ein koffeinhaltiges Kaltgetränk besorgt, etwas uns von der Hitze erholt und sind durch Malakka wohl bekannteste Straße – Jonker Street, vorbei an noch einem wunderschönen Tempel – zum Hotel zurück.

Ein Highlight gab es aber unterwegs noch: ein verfallenes Shophouse. Gabriel hatte das schon am Tag zuvor im Vorbeifahren gesehen. Klar, dass wir da rein mussten. Ganz schön spooky, aber bei weitem nicht so spooky wie der Palast des Sultans in Singapur. Der, in den man nicht rein darf!

Von der Straße aus sieht das Haus recht klein aus, aber diese Shophouses sind irre tief. Leider bin ich super schlecht im Abschätzen, aber ich glaube, ich habe schon mal darüber geschrieben. Werde gleich mal schauen und verlinken.

Was mich erstaunt hat, war, dass nirgends ein Schild stand, mit „Zutritt verboten“. Nirgends waren Männchen mit Maschinengewehren abgebildete. Das scheint eine Spezialität von Singapur zu sein.

Jetzt mussten wir nach diesem anstrengenden Programm – insbesondere die Hitze strengt an, natürlich auch etwas essen. Hier kam ich dann so richtig auf meine Kosten. Direkt bei unserem Hotel begann der Nightmarket: Viele Leute, Trubel, ein Essensstand neben dem anderen, Livemusik, spukende Muscheln und

Mr. Universe. Ich trainiere seit einigen Wochen mit Gewichten und finde: Ich bin schon ziemlich nah dran!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s