Happy Friday

Drei Mädel, der Kapitän und das Boot. Ewa, eine australische Freundin, hatte mich gefragt, ob ich Lust auf eine Bootsfahrt hätte. Ich müsste unbedingt Geeta, der ein viertel von einem Boot gehört und ebenfalls in Cape Royal wohnt, kennenlernen.

Es ist Regenzeit. Nicht, dass es den ganzen Tag regnet, aber es regnet viel. 6:55 Uhr waren wir verabredet. Schon beim Aufstehen hatte ich bedrohlich dunkle Wolken aufziehen sehen. Ich sah mich schon mit all den Leckereien im Bikini auf unserem Balkon sitzen. Aber … es tröpfelte nur kurz und schon war alles wieder vorbei.

Wir also auf’s Boot. Geeta ans Steuer, der Kapitän daneben und Ewa und ich nach vorne. DAS ist wie Urlaub!Oder noch besser. Unser erster Stop – Lazarus. Die Insel, die ich jeden Tag von unserem Balkon aus sehe. Auf St. John wollten wir uns mit einem kleinen Spaziergang unser Frühstück verdienen. Es wurde allerdings mehr daraus. Denn nicht nur sind wir zwei Stunden über die beiden Inseln – Lazarus und St. John, auch „Sister Islands“ genannt – gelaufen, ich habe auch etwas gelernt. Denn St. John bietet sogar Geschichte.

1819 ist der Gründer von Singapur Sir Stamford Raffles hier in St. John, dessen ursprünglicher, malaiischer Name Pulau Sekijang Bendera ist, vor Anker gegangenen, um sich mit dem Herrscher von Singapur zu treffen.

Ende des 19. Jahrhunderts war St. John eine Quarantänestation für Cholerakranke. Ab 1901 wurden an Beriberi Erkrankte hierher gebracht. Schon mal von der Krankheit gehört? Also für mich war sie neu. Aber, Dr. Google weiß ja bekanntlich alles oder zumindest vieles: Es ist eine Erkrankung, die durch einen Vitamin B1-Mangel entsteht und zu Störungen der Nerven, Muskulatur und des Herz-Kreislauf Systems führt. Warum die auf die Insel mussten, verstehe ich nicht. Aber ok.

Während der 1930er erlangte die Insel weltweite Bekanntheit: Hier mussten Immigranten und Pilger, die aus Mekka zurück kamen, in Quarantäne. Später kamen Leprakranke und an anderen Seuchen Erkrankte hinzu. Ab 1955 wurde aus der Quarantäne Stadion eine Reha Station für Drogenabhängige, nachdem es einige Jahre als Gefängnis gedient hatte.

1975 dann wurde aus der Insel eine kleine ruhige Oase mit zahlreichen Lagunen, Stränden, Picknickplätzen, Spazierwegen und Fussballplätzen.

Auf St. John soll es übrigens auch spuken. Angeblich haben hier japanische Soldaten auf einem riesigen Schachbrett in der Mitte der Insel mit lebenden Figuren (Kriegsgefangene) Schach gespielt. Wurde eine Figur geschlagen, wurde ihr der Kopf abgeschlagen.

Eigentlich wollte ich mal auf St. John campen, aber vielleicht lasse ich das doch!

Soviel zur Geschichte von St. John. Da wir in erster Linie zum Spaß haben hier waren, ging es nach der Tour wieder auf’s Boot und in eine der Lagunen. Wunderschön. Es hat schon was, hier zu leben. Mitten in den Tropen. Und während wir unser Frühstück genossen, kam sogar noch eine Wasserschildkröte vorbei. Ein Traum! Als ob sie noch mal sagen wollte: Nicole! Wage es nicht, Dich darüber zu beschweren, dass Du hier leben musst und nicht mehr in Shanghai sein darfst!

Nach einen ausgiebigen Frühstücken Board ging es dann direkt in das badewannenwarme Wasser. Das Wasser im Meer ist hier wärmer als das in unserem Pool. Um nicht zu viel Hektik aufkommen zu lassen, haben wir erst mal auf einer überdimensionierten Luftmatratze gechillt und haben uns dann langsam zum Kajak vorgearbeitet. Das Kajak war dann allerdings sehr herausfordernd. Eigentlich sind wir nur im Kreis gefahren. Egal was wir gemacht haben. Wir haben uns nur um uns selbst gedreht. Irgendwie haben wir geschafft, etwas Distanz zwischen uns und das Boot zu bekommen und wir sind auch irgendwie wieder zurück gekommen, aber eigentlich, wie gesagt, immer alles im Kreis. Erst ganz zum Ende unseres Tips hat uns der Kapitän erklärt, dass das Kajak kaputt wäre und man deshalb nur im Kreis fahren kann. Egal. Wir hatten Spaß. Oder zumindest ich. Geeta ist ehrgeiziger.

Sechs Stunden später, um einiges schlauer, voll gegessen und mega zufrieden, waren wir dann wieder an Land. Und ich habe schon meine nächste Einladung. Nächstes Mal zu einer Sunset Cruise. Was will man mehr!

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