Das Haus des Sultans

Unglaublich aber wahr. Mitten in Singapur steht noch das Haus oder vielmehr einer der zwei Paläste des Sultans von Johor Abu Bakar ibni Daing Ibrahim (1833-1895) – Woodneuk House. Irgendwo im Dschungel zwischen der Holland Road und der Tyersall Avenue. Direkt gegenüber Dempsey Hill. Angeblich kommt man über einen Trampelpfad dorthin. Es soll in dem ehemaligen Palast aber nur so von Geistern wimmeln. Also nichts für schwache Nerven.

Als Wookneuk House Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut wurde, war es Teil des Tyersall Park – das Anwesen des englischen Handelskapitäns Ross. Sein Nachbar: William Napier (1804–1879), ein schottischer Anwalt und Herausgeber, der es in Singapur zu einigem Ruhm gebracht hat.

Beide Grundstücke wurden 1860 an Wan Abu Bakar ibni Daeng Ibrahim verkauft. Als nach seinem Tod, sein Sohn Sultan von Johor wurde, verlegte dieser nur drei Tage nach dem Tod des Vaters seinen Wohnsitz (Istana) von Telok Blangah hierhin. Das Istana Wookneuk diente zunächst als Residenz für seine dritte Frau. Als diese starb, vermachte der Sultan den Palast seiner vierten Frau. Als diese im Februar 1904 starb, übernahm Abu Bakars Sohn und Nachfolger Sultan Ibrahim Al-Marhum.

1925 dann brannte der Palast nieder, wurde aber wieder aufgebaut und war 1935 pünktlich zur Feier des 62. Geburtstages und der 40-jährigen Regierungszeit des Sultans von Johor fertiggestellt.

1939 verlieh Sultan Ibrahim einen Teil des Anwesens an die indische Armee, die hier stationiert war, um Singapur gegen den Einfall der Japaner zu verteidigen. Singapur war damals britische Kolonie, das Anwesen aber noch immer die königliche Residenz der Familie des Sultans.

Während der Schlacht von Singapur 1942 diente der Palast vorübergehend als Hauptquartier des 2/30. Bataillons AIF unter Generalmajor Gordon Bennett. Nach der Befreiung Singapurs im Jahr 1945 wurde der Palast über mehrere Jahre hinweg von diversen Generälen der Britischen Armee und deren Familien besetzt und wurde erst 1948 offiziell an den Sultan. Im Dezember 1951 hat der Bundesstaat Johor nochmals in den Palast investiert, bewohnt wurde er aber nicht mehr.

1990 kauft die Regierung von Singapur den Tyersall Park. Seitdem ist er für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich und die Natur hat wieder übernommen. Und in Singapur geht das schneller als an vielen andern Orten der Welt.

2006 dann der zweite große Brand. Seitdem, so steht es im Netz, ist der Zutritt verboten. Aber der Palast steht noch und immer wieder trauen sich Mutige dorthin. Vor einiger Zeit auch ein Brite, der dort ein Video gedreht und auf YouTube veröffentlicht hat. Keine gute Idee, denn er hat ziemlich Ärger mit der Polizei bekommen.

Aber das Video ist noch online und auch auf Instagram gibt es einige Fotos.

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