Shanghai in Singapur

Nachdem ich mir heute vormittag erst mal ausführlich das Singapurianische Gesundheitssystem habe erklären lassen – ich kann ja für meine Nachsorge nicht nach Deutschland fliegen – brauchte ich Ablenkung. Und womit kann ich mich am besten ablenken? Genau! Fahrradfahren. Obwohl ich weiß, dass ich keine Blasen am Hintern bekommen kann, wollte ich heute dennoch nicht so weit fahren. Irgendwie war nämlich schon das eine oder andere Teil an meinem Körper schon etwas schmerzhaft. Also bin ich nach Chinatown. Im Augenblick finden überall Feiern zum „Holy Ghost Festival“ statt. Ich wollte so eine Feier finden.

Erinnert Ihr Euch noch daran, wie es mir anfangs in Shanghai erging? Damals habe ich auch immer etwas Bestimmtes gesucht und etwas ganz anderes gefunden. So auch heute.

Noch bevor ich Chinatown gefunden hatte, bin ich auf diese Wandmalereien gestoßen. Ich dachte ich wäre in Little India. War ich auch. Ich war aber auch schon ganz nah an Chinatown. Mir war nicht gewusst gewesen, dass Little India und Chinatown so nah beieinander liegen. Direkt gegenüber der Wandmalereien links steht der Sri Mariamman Tempel, rechts die Jamae (Chulia) Moschee und dazwischen geht es durch einen Torbogen Chinatown.

Der Sri Mariamman Tempel ist der älteste Hindu Tempel Singapurs. Immigranten aus den südindischen Provinzen Nagapatnam und Cuddalore hatten ihn 1827 erbaut, um hier beten zu können. Gewidmet ist er der Göttin Mariamman, die zum Schutz gegen Krankheiten aber auch für Regen angebetet wird.

Die Jamae Chulia Moschee wurde nur ein Jahr früher erbaut und finanziert von der Chulian Gemeinschaft. Auch die Architektur dieses Gebäudes mit seiner schmalen Front und den beiden Minaretten hat einen starken südindischen Einfluss . In ihrem Inneren haben bis zu 1500 Menschen Platz. Nächstes Mal gehe ich also auf jeden Fall rein. Ich war heute nur definitiv nicht adäquat gekleidet.

Und je weiter ich nach Chinatown reinlief, desto mehr fühlte ich mich nach Shanghai versetzt. Hier gab es wieder diese kleinen Shops, in denen die Verkäufer*innen gelangweilt rumsitzen, wenn sie nicht gerade schlafen, und mit dem Handy spielen. Die Shops von unten bis oben zugepackt mit Waren. Und noch mehr Wandmalereien.

Weiter ging’s mitten nach Chinatown rein und was ich dort vorfand, war ein Shanghai in ganz klein. Sämtliche echt chinesischen Kaufhäuser aus Shanghai sind hier in einem vereint. Es gibt Stoffe, aus denen man sich Kleidung schneidern lassen kann. Es gibt zahlreiche Shops, die alles rund um den Haushalt anbieten und ich habe einen Shop gefunden, in dem man alles kaufen kann, damit das Glück auch wirklich ins Haus kommt.

Aber ich war ja gekommen, um eine „Hungry Ghost“ Zeremonie zu finden. Ich wäre auch mit rauchenden Überreste zufrieden gewesen, aber …. nichts. Also habe ich mich noch mal auf mein Fahrrad geschwungen und durch die Gassen gefahren. Aber auch da …. nichts. Was ich aber gefunden habe, war ein Laden, in dem all das verkauft wird, was man den Geist opfern sollte. Alles aus Papier. Ich weiß jetzt aber auch, dass in diesem Jahr am 02.09. der Höhepunkt des Festivals ist. Ich werde mich wohl noch etwas gedulden müssen. Und Ihr auch. Denn dann erst werde ich Euch auch alles über den hungrigen Geist erzählen.

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