„Laufen lernen“ in Singapur

Wir sind jetzt seit 10 Tagen aus der Quarantäne. Da wir hier in Singapur nicht in einem Serviced Apartment leben möchten, haben wir uns gleich an Tag 1 nach der Quarantäne auf die Suche nach einer geeigneten Wohnung gemacht.

Ich hatte ganz klare Vorstellungen: Blick aufs Meer und Strand um die Ecke. Wenn man die Möglichkeit hat, jeden Tag mit Blick aufs Meer aufzuwachen, mittags ins Meer zu hüpfen und abends noch gemütlich auf dem Balkon mit Blick auf ein Lichtermeer den Tag Revue passieren lassen kann, dann sollte man das machen. Für mich gab es daher nur einen einzigen möglichen Wohnort: Sentosa.

Unser erstes Ziel daher: Sentosa und schon bei der zweiten Wohnung war ich verliebt. Der Blick! Die Wohnung! Die Lage! Wir haben uns zwar noch ein paar andere Wohnungen angeschaut, aber letztendlich ist es dann Wohnung Nr. 2 geworden oder zumindest eine in dem Compound, aber noch höher und mit einem noch genialeren Blick. An die Höhe werde ich mich noch gewöhnen müssen. In Shanghai war ich nicht bereit gewesen, höher als in der 6. Etage zu wohnen. Jetzt wird es die 17.

Also: Wohnung steht. Jetzt müssen Möbel ausgesucht werden. Nicht, dass wir die Möbel kaufen würden. Wir mieten sie. Dürfen sie aber dennoch alle selbst aussuchen. Also durchstreifen wir oder, wie heute, ich alleine die Möbelhäuser. Und da wir hier keinen Fahrer mehr haben, müssen wir selbst fahren. Auf der falschen Seite!

Heute war meine Premiere. Todesmutig habe ich mich hinter das Steuer geklemmt – nachdem ich es gefunden hatte, weil natürlich wollte ich auf der Beifahrerseite einsteigen. Aus der Garage raus war easy. Man darf nur in eine Richtung fahren, also konnte mir niemand entgegenkommen. Auf die Straße abbiegen war dann schon spannender. Ich hatte mir überlegt, dass es sehr praktisch wäre, wenn ich ein Auto vor mir habe, an dem ich mich orientieren kann. Aber hatte ich nicht. Trotzdem ist alles gut gegangen. Außer, dass ich schon mal etwas zu nah an die Bürgersteige gekommen bin. Die Dimensionen sind dann schon anders, wenn man an der falschen Seite des Autos sitzt.

Was das Fahren hier auch herausfordernd macht: Die Autofahrer*innen sind recht aggressiv. Blinkt man, um in die Spur zu wechseln, geben sie eher Gas, als dass sie einen rein lassen. Außerdem gibt es überall Baustellen. An einer Stelle wurde die Straße neu geteert, aber ich kann Euch beruhigen. Ich habe nicht versucht, mit dem Auto durch den noch heißen Teer zu fahren.

Am Ziel angekommen, habe ich einige Zeit gebraucht, bis mein Puls wieder auf Normalgeschwindigkeit war. Aber, was soll ich sagen, ich freue mich auf morgen. Dann geht es weiter. Mit dem Auto zum nächsten Einrichtungshaus. Wenn ich dann die Wohnung eingerichtet habe, mache ich mich auf, die Stadt zu erkunden. Auch wenn Singapur sehr viel sauberer, ordentlicher und zum Teil sogar steriler ist als Shanghai, weiß ich, dass ich hier ganz viel finden werde, wovon ich Euch erzählen muss.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s