Ein Tag am Meer

Shanghai und Meer. Findet ihr das genau so absurd wie Shanghai und Erdbeeren pflücken? Ich hatte schon von Shanghais Stadtstrand gehört, aber erst letzten Samstag waren wir dann endlich auch mal da. Alex mit Mann und Sohn und mein Mann und ich.

So wirklich um die Ecke ist der Strand nicht. Wir mussten schon eine etwas längere Anfahrt in Kauf nehmen, aber wir hatten alles perfekt organisiert. Von uns aus mit dem Taxi zu Alex. Damit hatten wir schon mal fast den halben Weg. Dort einen leckeren Kaffee und dann gemütlich mit dem Fahrer weiter an den Strand. Vor lauter Gequatsche kam mir die Fahrt nur sehr kurz vor, aber auf der Karte habe ich gesehen, dass wir eine ziemliche Strecke gefahren waren und Zeit war auch vergangen.

Aber da lag es vor uns. Das Meer! Zumindest sahen wir viel Wasser. Sand war nicht in Sicht. Lediglich ein riesiger Parkplatz und zwei Wasserflugzeuge. So ganz sicher, ob wir hier richtig sein würden, waren wir uns nicht. Mir kam es eher wie ein Flugplatz vor. Aber unsere recherchierte Adresse stimmt mit der Adresse, wo wir angekommen waren überein und der Fahrer bestand darauf, dass wir richtig wären.

Also sind wir tapfer ausgestiegen, haben unsere Profiausrüstung für den Strand auf uns fünf verteilt und sind auf den Eingangsbereich los. So einfach Auto abstellen und über die Dünen an den Strand ist hier nicht. Hier werden erst die Temperatur und der grüne QR-Code gecheckt, Eintritt bezahlt und dann kommt man nach einem kurzem Stück laufen an den Strand. Vorbei an rechts Fressbuden, in der Mitte ein langer Grünstreifen mit Spielplatz für die Kleinen und links Sand. Natürlich teilen die Chines*innen unsere Vorstellungen von Strand. An einen Strand – zumindest in wärmeren Gegenden – gehören Palmen. Selbstverständlich gibt es auch hier Palmen. Erst auf den zweiten Blick haben dann auch wir erkannt, dass sie aus Plastik sind. Egal. Palme ist Palme.

Der Strand war erstaunlich leer. Gut für uns, denn so konnten wir den für uns idealen Platz aussuchen. Große Findlinge für die Männer zum Sitzen und Decken für Alex und mich. Selbst nachdem wir unser Picknick ausgebreitet hatten, war noch Platz für eine Plank Challenge zwischen Alex‘ Sohn und mir. Ich fand mich schon ziemlich gut, aber der junge Mann war selbstverständlich um einiges besser.

Von unserem Platz aus hatten wir den perfekten Blick auf fast alles: Jetskifahrer, spielende Kinder, verliebte Paare und Brautpaare, die selbstverständlich auch sehr verliebt aussahen.

Chinesische Hochzeitsfotos

Hatte ich Euch schon mal erzählt, dass es überall dort, wo es auch nur den Hauch von Romantik haben könnte, nur so von Brautpaaren, die sich fotografieren lassen, wimmelt? Der Strand ist natürlich ein solcher Ort. Auch hier waren wieder zahlreiche Brautpaare mit ihren Kamerateams versammelt.

In China, wie auch in vielen anderen asiatischen Ländern, ist es Brauch, dass sich das Brautpaar schon lange vor der eigentlichen Hochzeit fotografieren lässt. Aus den Fotos wird ein Hochzeitsbuch gestaltet und mindestens drei Bilder werden auf A3 gezogen und den Familien des Brautpaars geschenkt. Die Bilder werden in den Wohnungen aufgehängt. So können sich alle auf den besonderen Tag freuen.

Traditionell besitzt eine chinesische Braut drei Kleider – ein klassisch weißes (Reinheit), ein rotes (Glück) und ein Kleid für den Abend zum Tanzen. Für das Shooting muss sie diese aber (noch) nicht haben. Die Fotostudios verfügen über unzählige Outfits, aus denen sich das Paar, die für das Shooting passenden aussuchen kann.

Chinesische Sandburgen sind Paläste

Was auch an einen guten Strand gehört sind Sandburgen. Da wir aber nicht in irgendeinem Land sind, sondern in China, sind die Burgen natürlich gigantisch. Und auch nicht einfach nur Sandburgen, wie wir sie früher gebaut haben, sondern es sind Profisandburgen. Wir dachten erst noch, dass es Beton mit draufgeklebtem Sand wäre, aber dem ist nicht so. Es sind echte Standskulpturen, deren äußere Schicht relativ fest gemacht worden ist. Wie wissen wir nicht, aber an der einen oder anderen Stelle war eine kleine Ecke abgebrochen und darunter war …. Sand. Auch wenn man den Finger tief reinsteckte – was nicht ganz ungefährlich ist, weil überall Wachen und Kameras sind – war da Sand.

Es gab aber auch noch eine Ausstellung an diesem Strand. An riesigen Stellwänden wurden Bilder von Gemälden gezeigt. Es wurde also für jeden etwas geboten.

Solltet Ihr auf der Karte nachschauen wollen, wo genau wir waren. Wir waren am Jinshan City Sand Beach. Ganz in der Nähe gibt es noch eine Wasserstadt und ein Künstlerdorf. Eigentlich gehörte das noch in unseren Plan für Samstag, da es dann aber am Strand so schön war, haben wir das auf Dienstag, also morgen, verschoben. Gut, dass ich heute nichts weiter vor habe und schreiben kann. Ich komme schon fast nicht mehr mit. Aber es gibt auch einfach zu viel zu entdecken!

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Stephie sagt:

    Cool, da waren wir auch vor ein paar Wochen bei tollem Wetter. Auch wenn man sich unter Strand generell was anderes vorstellt.

    Gefällt mir

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