Der Gesang der Grillen

Ein lautes Zirpen oder wie die Chinesen es nennen, der Gesang der Grillen weist mir den Weg. Hier muss er sein – der Insektenmarkt. Aber woher kommt das Zirpen? Es hörte sich an, als wäre es genau neben meinen Ohren. Ich musste schon sehr genau hinschauen, um die Grillen zu sehen, die da in kleinen grünen Plastikkäfigen zu hunderten an der Wand hingen.

In China haben Grillen eine lange Tradition. Seit hunderten von Jahren halten sich Chinesen Grillen als Haustiere. Sie lieben den Gesang der Guoguo – Sing-Grillen. Sie haben aber auch einen großen Spaß daran, sie gegeneinander kämpfen zu lassen. Dafür eignen sich aber nur die Ququ – die Kampf-Grillen. Ein durchaus teurer Spaß. Bedenkt man, dass diese Tiere bis zu umgerechnet 30 Euro kosten können und nur maximal 100 Tage leben. Dafür sind die Haltungskosten dann wieder sehr gering. Ich bin spät dran und die meisten Händler sind kurz davor, ihren Stand zu schließen. Ich kann also zuschauen, wie die Tierchen mit dicken Bohnen, Apfel- und Karottenstücken gefüttert werden.

Gehalten werden die Grillen in kunstvolle Käfigen aus Plastik, Kürbis, Holz oder Metall. Natürlich kann man auch das auf dem Markt kaufen, sowie Tellerchen, kleine Schüsselchen für Wasser und Holz- oder Tonröhrchen, die als Betten dienen. Es ist schon eine Welt für sich. Ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus.

Noch bizarrer wird es, als ich in den Markt reingehe. Neonfarbene Frösche, Minischildkröten mit kunstvoll bemalten Panzern und Fische (?) in knalligen Farben, die leider auf dem Foto nicht so richtig raus kommen. Ich muss noch rausfinden, was man mit diesen Tieren macht. In einem Laden hatte ich neben der Kasse schon mal so eine Schildkröte gesehen. Aber die Frösche?!

Auf dem Grillenmarkt gibt es aber auch „ganz normale“ Haustiere: Hunde, Katzen, Fische…

und Vögel… Nicht alles wollte und konnte ich fotografieren.

Wie schon gesagt: Die Händler*innen waren dabei, ihre Tiere für die Nacht vorzubereiten. Ich war also live dabei, als sie ihr „Abendessen“ bekamen. Wie zum Beispiel diese beiden. Was genau ihnen gefüttert wurde, konnte ich nicht erkennen und auch noch immer nicht erfragen. Sah aber aus wie Reis und würde mich auch nicht wundern. Der rechte Vogel sieht zwar gerupft aus, ist er aber nicht. Er scheint erst kürzlich geschlüpft zu sein.

Alles in allem ein echt interessanter und sehr exotischer Ort, den ich auf jeden Fall noch mal besuchen werde. Dann etwas früher, um mehr von dem eigentlichen Leben auf diesem Markt mitzubekommen.

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